Dissertation

Dissertation
Wendl, Katharina (2009): Sport im Alltag – Sport im Fernsehen: Der öffentlich-rechtliche Sportauftrag des ORF. Eine Studie über den Zusammenhang von aktiv ausgeübtem und passiv rezipiertem (Fernseh-)Sport am Beispiel Vorarlberger Jugendlicher. Dissertation, Universität Salzburg.

Abstract
Durch die massenmediale Verbreitung verlässt der Sport die Privatsphäre des individuellen Sporttreibens und ermöglicht einem Massenpublikum die passive Anteilnahme am Sportgeschehen, ohne dass eine eigene Aktivität vorausgesetzt wird. Spezielle Kamera- und Übertragungstechniken täuschen durch ihre technische Raffinesse darüber hinweg, dass es sich dabei tatsächlich um „Second Hand“-Erfahrungen handelt – Sport wird zur Konsumware. Insbesondere der Einstieg der Wirtschaft in die Symbiose von Sport und Medien ließ schon früh eine „Sport-Medien-Spirale“ entstehen, die die Sportverbände aufgrund deutlicher finanzieller Vorteile dazu verleitete, sich den Gesetzmäßigkeiten der Medien zunehmend anzupassen, das „Sportainment“ voranzutreiben und ihre Regelwerke hin zu einer möglichst telegenen Darstellung zu verändern, was eine inszenierte Sportmedienrealität zur Folge hat, die mit der tatsächlichen Sportrealität nur mehr wenig Gemeinsamkeiten aufweist. Von dieser „Sport-Medien-Spirale“ bleibt auch der ORF nicht verschont, der trotz seiner Verpflichtung, als öffentlich-rechtliches Medienunternehmen einen gesellschaftspolitischen Auftrag erfüllen zu müssen, gleichzeitig profitabel sein muss. Das ORF-Gesetz schreibt dem ORF einerseits die „umfassende Information der Allgemeinheit über alle wichtigen […] sportlichen Fragen“ (§ 4 Abs. 1 Z 1) bzw. ein „differenziertes Gesamtprogramm“ (Abs. 2) vor. Andererseits soll der ORF durch sein Programm das Interesse an aktiver sportlicher Betätigung fördern (§ 4 Abs. 1 Z 15), wodurch dem ORF von Seiten des
ORF-Gesetzes direkte Wirkungen (gesteigerte Sportaktivität) eines Medieninhaltes (ORF-Sportberichterstattung) auf den Rezipienten attestiert werden und somit von einem gesetzlich verankerten, direkten Zusammenhang von Aktiv- und Mediensport ausgegangen wird.

Das übergeordnete Ziel der vorliegenden Arbeit war es, Hinweise darüber zu finden, inwiefern der ORF in seinem Fernsehprogramm unter diesen Gesichtspunkten seinen öffentlich-rechtlichen Sportauftrag überhaupt erfüllt und ob tatsächlich eine Beziehung zwischen ORF-Sportberichterstattung und Sportaktivität des Rezipienten bzw. Sportaktivität und Sportrezeption besteht. Dafür wurde mit Hilfe zweier Inhaltsanalysen zunächst die Kommunikatorseite (ORF) untersucht, um anschließend mittels einer Online-Befragung von 600 Vorarlberger Jugendlichen zudem mit der Rezipientenseite jenen Part darstellen zu können, an den der öffentlich-rechtliche Sportauftrag gerichtet ist. Im Rahmen der Online-Befragung wurden zudem die Medien- und Bewegungswelten der Jugendlichen untersucht und auf Basis dieser Ergebnisse die Konsequenzen für den öffentlich-rechtlichen Sportauftrag herausgearbeitet.

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